Jedes Jahr verlieren hunderte Schweizer Solaranlagen-Besitzer Tausende Franken an Fördergeldern, weil sie beim Antragsverfahren Fehler machen. Manche Fehler führen zu Verzögerungen, andere zum kompletten Verlust des Förderanspruchs. In diesem Ratgeber zeigen wir die 10 häufigsten Fehler und wie Sie diese von Anfang an vermeiden.
Fehler 1: Kantonale Förderung erst nach dem Bau beantragt
Dies ist der teuerste und häufigste Fehler. Während die Einmalvergütung (EIV) des Bundes auch nach der Installation beantragt werden kann, müssen kantonale Förderprogramme und das Gebäudeprogramm zwingend VOR Baubeginn beantragt werden. Wer zuerst baut und dann den Antrag stellt, verliert den gesamten kantonalen Förderbeitrag – das können je nach Kanton CHF 1'500 bis 3'000 sein.
Lösung
Erstellen Sie einen klaren Zeitplan: Erst den kantonalen Förderantrag einreichen, die schriftliche Förderzusage abwarten, und erst dann mit der Installation beginnen. Die EIV über Pronovo können Sie danach in Ruhe beantragen.
Fehler 2: Falsche oder veraltete Formulare verwendet
Die Formulare für Förderanträge werden regelmässig aktualisiert. Wer ein veraltetes Formular einreicht, riskiert eine Ablehnung oder zumindest eine erhebliche Verzögerung. Besonders bei den kantonalen Anträgen gibt es unterschiedliche Formulare je nach Massnahme.
Lösung
Laden Sie die Formulare immer direkt von der aktuellen Website der kantonalen Energiefachstelle oder von Pronovo herunter. Verwenden Sie nie Formulare, die Ihnen per E-Mail zugeschickt wurden oder die Sie von älteren Projekten übernommen haben.
Fehler 3: Fehlender GEAK
Für bestimmte kantonale Förderprogramme – insbesondere beim Heizungsersatz und bei Gesamtsanierungen – ist ein GEAK (Gebäudeenergieausweis) Pflicht. Wer den Antrag ohne GEAK einreicht, erhält eine Nachforderung, was den Prozess um Wochen oder Monate verzögern kann.
Lösung
Klären Sie frühzeitig, ob Ihr Kanton einen GEAK für die gewünschte Fördermassnahme verlangt. Falls ja, beauftragen Sie einen zertifizierten GEAK-Experten und lassen Sie den Ausweis VOR der Antragsstellung erstellen.
Fehler 4: Unvollständige Dokumentation bei Pronovo
Bei der EIV-Anmeldung über Pronovo führen unvollständige Unterlagen zu Rückfragen und Verzögerungen. Häufig fehlen: das Inbetriebnahmeprotokoll, der Sicherheitsnachweis (SiNa), technische Datenblätter der Module oder die Anschlussbestätigung des Netzbetreibers.
Lösung
Erstellen Sie eine Checkliste aller benötigten Dokumente und prüfen Sie diese gemeinsam mit Ihrem Installateur, bevor Sie die Anmeldung bei Pronovo abschicken. Viele Installateure bieten die Pronovo-Anmeldung als Service an.
Fehler 5: Nicht alle Förderprogramme genutzt
Viele Solaranlagen-Besitzer nutzen nur die EIV des Bundes und vergessen die kantonale Förderung, die Gemeinde-Subvention oder den steuerlichen Abzug. Dadurch bleiben oft CHF 3'000 bis 8'000 an möglicher Förderung ungenutzt.
Lösung
Recherchieren Sie systematisch alle verfügbaren Programme: EIV (Bund), kantonale Förderung, Gemeinde-Programm (energiefranken.ch), Energieversorger-Programme und steuerlicher Abzug. Erstellen Sie einen Förderplan, bevor Sie mit dem Projekt starten.
Fehler 6: Falscher Installateur (nicht zertifiziert)
Für den Erhalt der EIV muss die Anlage von einem fachlich qualifizierten Installateur gebaut werden, der bei Pronovo registriert ist. Anlagen, die von nicht zertifizierten Installateuren errichtet wurden, erhalten möglicherweise keine Förderung.
Lösung
Prüfen Sie vor der Auftragsvergabe, ob der Installateur bei Pronovo registriert ist und die erforderlichen Zertifizierungen besitzt. Ein seriöser Installateur wird Sie proaktiv über alle Förderungen informieren.
Fehler 7: Gemeinde-Programme vergessen
Viele Gemeinden bieten eigene Förderprogramme an, die zusätzlich zu Bund und Kanton genutzt werden können. Diese Programme sind oft wenig bekannt und werden deshalb häufig übersehen. Die Beträge liegen typischerweise bei CHF 500 bis 2'000.
Lösung
Prüfen Sie auf energiefranken.ch, ob Ihre Gemeinde eine Solarförderung anbietet. Fragen Sie auch direkt bei der Gemeindeverwaltung und dem lokalen Energieversorger nach.
Fehler 8: Steuerliche Aufteilung nicht geplant
Wer die gesamten Kosten in einem Steuerjahr abzieht, obwohl das steuerbare Einkommen dadurch auf null oder gar ins Negative sinkt, verschenkt einen Teil des Steuervorteils. Eine Aufteilung auf zwei Jahre wäre oft günstiger.
Lösung
Sprechen Sie VOR der Installation mit Ihrem Steuerberater über die optimale Aufteilung. Lassen Sie die Rechnungsstellung entsprechend auf zwei Kalenderjahre verteilen.
Fehler 9: Herkunftsnachweis (HKN) nicht registriert
Viele Solaranlagen-Besitzer vergessen, ihre Anlage bei Pronovo für Herkunftsnachweise (HKN) zu registrieren. HKN können als Zusatzeinnahme verkauft werden und bringen 1–3 Rappen pro kWh.
Lösung
Registrieren Sie Ihre Anlage bei der Pronovo-Anmeldung gleichzeitig für Herkunftsnachweise. Die Registrierung ist unkompliziert und kann zusätzliche Einnahmen von CHF 100–400 pro Jahr generieren.
Fehler 10: Pronovo-Frist verpasst
Die Anmeldung bei Pronovo muss innerhalb von 3 Jahren nach Inbetriebnahme erfolgen. Wer diese Frist verpasst, verliert den Anspruch auf die Einmalvergütung unwiderruflich – bei einer 10 kWp Anlage sind das CHF 3'550.
Lösung
Melden Sie Ihre Anlage so bald wie möglich nach der Inbetriebnahme bei Pronovo an. Setzen Sie sich einen Reminder und überlassen Sie die Anmeldung idealerweise Ihrem Installateur.
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