Zukunft

Solarförderung Schweiz: Zeitplan 2024-2030 - Was ändert sich?

Die Schweizer Solarförderung befindet sich in einem stetigen Wandel. Von der Einführung der Einmalvergütung über die Revision des Energiegesetzes bis hin zu geplanten Änderungen bei den Netztarifen – die Rahmenbedingungen für Solaranlagen verändern sich laufend. In diesem Ratgeber geben wir einen Überblick über den Zeitplan 2024 bis 2030 und zeigen, wann der beste Zeitpunkt für eine Investition ist.

Rückblick: Was bisher geschah (2024-2025)

In den Jahren 2024 und 2025 hat sich die Schweizer Solarförderung weiterentwickelt. Die wichtigsten Entwicklungen waren:

  • 2024: Anpassung der EIV-Tarife an die gesunkenen Modulpreise. Vereinfachung des Pronovo-Anmeldeprozesses. Ausbau der kantonalen Batterie-Förderungen.
  • 2025: Revision der Energieverordnung. Neue Tarife für die EIV. Einführung zusätzlicher kantonaler Programme. Diskussionen über Netzentgelt-Reform.

Aktuelle Programme 2026

Im Jahr 2026 stehen Solaranlagenbesitzern folgende Hauptprogramme zur Verfügung:

ProgrammStatus 2026Tendenz
EIV (Pronovo)CHF 350 + 320/kWpStabil, leicht sinkend
GebäudeprogrammKantonal verschiedenStabil bis steigend
Steuerlicher Abzug100% absetzbarStabil
Batterie-FörderungEinzelne KantoneZunehmend
HKN-Einnahmen1-3 Rp/kWhLeicht steigend

Geplante Änderungen 2027-2028

Für die Jahre 2027 und 2028 sind mehrere Änderungen in der Diskussion oder bereits beschlossen:

EIV-Tarif-Anpassungen

Die EIV-Tarife werden regelmässig an die Marktentwicklung angepasst. Da die Modulpreise tendenziell weiter sinken, ist mit einer schrittweisen Reduktion der Leistungsbeiträge zu rechnen. Die Anpassung erfolgt in der Regel jährlich und wird vom BFE festgelegt.

Netzentgelt-Reform

Eine der wichtigsten geplanten Änderungen betrifft die Reform der Netzentgelte. Derzeit wird diskutiert, wie die Kosten des Stromnetzes fair auf alle Verbraucher verteilt werden können, einschliesslich der Solaranlagenbesitzer mit hohem Eigenverbrauch. Diese Reform könnte die Wirtschaftlichkeit von Solaranlagen beeinflussen – sowohl positiv (höhere Einspeisevergütungen) als auch negativ (neue Netznutzungsgebühren).

Neue Batterie-Programme

Es wird erwartet, dass bis 2028 weitere Kantone Batterie-Förderprogramme einführen werden. Zudem wird auf Bundesebene über eine nationale Batterie-Förderung diskutiert. Die wachsende Bedeutung der Eigenverbrauchsoptimierung und der Netzstabilität spricht für eine Ausweitung der Batterie-Förderung.

Langfristige Perspektive 2029-2030

Die langfristige Perspektive für die Solarförderung in der Schweiz ist positiv. Die Energiestrategie 2050 sieht einen massiven Ausbau der Solarenergie vor, und die politische Unterstützung ist breit. Allerdings werden die direkten Subventionen tendenziell sinken, da die Technologie immer günstiger wird und sich auch ohne Förderung wirtschaftlich rechnet.

Erwartete Entwicklungen

  • Schrittweise Reduktion der EIV-Tarife bei gleichzeitig sinkenden Anlagenkosten
  • Stärkere Fokussierung auf Eigenverbrauch und Netzstabilität
  • Neue Geschäftsmodelle (PPA, Mietmodelle, Community Solar)
  • Integration von Solar, Batterie, Wärmepumpe und E-Mobilität als Gesamtsystem
  • EU-Einfluss durch mögliche Stromabkommen und CO2-Grenzausgleich
  • Carbon Pricing: Steigende CO2-Abgaben machen fossile Energie teurer und erneuerbare attraktiver

EU-Einfluss und Stromabkommen

Ein mögliches Stromabkommen zwischen der Schweiz und der EU könnte weitreichende Auswirkungen auf die Solarförderung haben. Der europäische Strommarkt beeinflusst die Schweizer Strompreise bereits heute erheblich. Ein formelles Abkommen könnte neue Regeln für Einspeisetarife, Netznutzung und Fördermechanismen mit sich bringen.

Grid Tariff Reform

Die geplante Reform der Netzentgelte ist eines der wichtigsten Themen für Solaranlagenbesitzer. Derzeit zahlen Solaranlagenbesitzer mit hohem Eigenverbrauch weniger Netzentgelte, was teilweise als ungerecht angesehen wird. Eine Reform könnte zu neuen Tarifmodellen führen, die den Eigenverbrauch anders bewerten. Gleichzeitig könnten flexible Tarife (z.B. zeitabhängige Netzentgelte) neue Anreize für Batteriespeicher schaffen.

Jetzt investieren oder warten?

Die häufigste Frage, die uns gestellt wird, lautet: Soll ich jetzt eine Solaranlage installieren oder noch warten? Unsere klare Empfehlung: Jetzt investieren. Hier die Gründe:

  • Förderung ist aktuell noch hoch: Die EIV-Tarife und kantonalen Programme sind derzeit noch grosszügig. Tendenziell werden sie sinken.
  • Strompreise sind hoch: Hohe Strompreise machen den Eigenverbrauch besonders rentabel.
  • Steuerlicher Abzug gilt: Die 100%-Absetzbarkeit ist gesichert und bringt sofortige Steuerersparnis.
  • Technologie ist ausgereift: Solarmodule sind zuverlässig und haben eine Lebensdauer von 25+ Jahren.
  • Jedes Jahr warten kostet Geld: Jedes Jahr ohne Solaranlage ist ein Jahr ohne Eigenverbrauchseinsparung.

Strategische Empfehlung

Wer plant, in den nächsten 2-3 Jahren eine Solaranlage zu installieren, sollte dies eher früher als später tun. Die aktuellen Förderbedingungen sind gut, die Technologie ist ausgereift, und die Strompreise machen Solaranlagen hochrentabel. Eine Verzögerung bringt keine wesentlichen Vorteile, kostet aber potenziell Fördergelder und Stromersparnisse.

Strategische Planung: Tipps

  1. Beginnen Sie jetzt mit der Planung und holen Sie Offerten ein
  2. Stellen Sie kantonale Förderanträge frühzeitig – die Mittel sind begrenzt
  3. Planen Sie ein Gesamtsystem: PV + Batterie + Wärmepumpe + Wallbox
  4. Nutzen Sie den steuerlichen Abzug optimal (Aufteilung auf 2 Jahre prüfen)
  5. Registrieren Sie sich für Herkunftsnachweise (HKN)
  6. Informieren Sie sich laufend über Änderungen bei energiefranken.ch

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