Neben der Bundesförderung (EIV) und den kantonalen Programmen bieten viele Schweizer Gemeinden eigene Förderprogramme für Solaranlagen an. Diese Gemeinde-Förderung ist oft wenig bekannt, kann aber zusätzlich CHF 500 bis 2'000 oder mehr einbringen. In diesem Ratgeber zeigen wir, wie Sie die Gemeinde-Förderung finden und optimal nutzen.
Arten von Gemeinde-Förderung
Gemeinden fördern Solaranlagen über verschiedene Instrumente. Die häufigsten sind Klimafonds, Energiefonds und direkte Programme der lokalen Energieversorger.
Klimafonds und Energiefonds
Viele Gemeinden haben eigene Klimafonds oder Energiefonds eingerichtet, die aus Abgaben auf dem Energieverbrauch oder aus dem allgemeinen Gemeindehaushalt gespeist werden. Diese Fonds unterstützen verschiedene Massnahmen zur CO2-Reduktion, darunter auch Solaranlagen. Die Beiträge variieren stark – von einigen hundert bis zu mehreren tausend Franken.
Energieversorger-Programme
Lokale Energieversorger (Elektrizitätswerke, Stadtwerke) bieten oft eigene Förderprogramme oder besonders attraktive Rückspeisevergütungen für Solarstrom an. In einigen Gemeinden ist die Rückspeisevergütung deutlich höher als der Durchschnitt, was den Wert der Solaranlage erheblich steigern kann.
Beispiele: Städtische Programme
Stadt Zürich
Die Stadt Zürich fördert Solaranlagen über den Energiefonds und das EWZ (Elektrizitätswerk der Stadt Zürich). Das EWZ bietet eine attraktive Rückspeisevergütung und verschiedene Beratungsangebote. Zudem gibt es städtische Zusatzförderung für bestimmte Quartiere und Gebäudetypen.
Stadt Bern
Die Stadt Bern unterstützt Solaranlagen über den Energiefonds und die Energieberatung der Stadt. Zusätzlich bietet Energie Wasser Bern (ewb) attraktive Konditionen für Solarstrom-Einspeiser. Die städtische Förderung kann mehrere hundert bis über tausend Franken betragen.
Basel-Stadt
Der Kanton Basel-Stadt (der gleichzeitig auch eine Gemeinde ist) bietet eines der umfassendsten Förderprogramme der Schweiz. Neben der hohen kantonalen Förderung gibt es den Solarbonus und Programme der IWB (Industrielle Werke Basel). Die Gesamtförderung in Basel-Stadt ist schweizweit eine der höchsten.
Wie finden Sie die Förderung Ihrer Gemeinde?
Die einfachste Methode, alle verfügbaren Förderprogramme in Ihrer Gemeinde zu finden, bieten folgende Ressourcen:
- energiefranken.ch: Die wichtigste Plattform – geben Sie Ihre PLZ ein und erhalten Sie eine Übersicht aller Förderprogramme in Ihrer Gemeinde
- Gemeindeverwaltung: Fragen Sie direkt bei der Bauabteilung oder dem Umweltamt Ihrer Gemeinde nach
- Lokaler Energieversorger: Erkundigen Sie sich bei Ihrem EW oder Stadtwerk nach Förderprogrammen und Rückspeisevergütungen
- Energieberatung: Viele Gemeinden und Regionen bieten kostenlose Energieberatungen an
- Solarinstallateur: Ihr lokaler Installateur kennt in der Regel alle verfügbaren Programme in Ihrer Region
Tipp: Frühzeitig erkundigen
Erkundigen Sie sich vor der Planung Ihrer Solaranlage nach allen verfügbaren Gemeinde-Programmen. Einige Programme haben begrenzte Budgets und sind schnell ausgeschöpft. Eine frühzeitige Anmeldung sichert Ihnen den Zugang zur Förderung.
Kombination mit Bund und Kanton
Die Gemeinde-Förderung kann in der Regel mit allen anderen Förderprogrammen kombiniert werden. Die Gesamtstruktur sieht typischerweise so aus:
- EIV Bund (Pronovo): CHF 3'550 für 10 kWp – nach Installation beantragen
- Kantonale Förderung: CHF 1'000–2'500 – VOR Baubeginn beantragen
- Gemeinde-Förderung: CHF 500–2'000 – je nach Gemeinde VOR oder NACH Installation
- Steuerlicher Abzug: 100% der Nettokosten – in der Steuererklärung
Wichtig: Beachten Sie die unterschiedlichen Antragsfristen. Während die EIV nach der Installation beantragt werden kann, müssen kantonale und viele Gemeinde-Programme vor dem Baubeginn beantragt werden. Klären Sie dies frühzeitig ab.
Energiestadt-Label und seine Bedeutung
Gemeinden mit dem Energiestadt-Label bieten in der Regel bessere Förderbedingungen für erneuerbare Energien. Das Label wird von EnergieSchweiz vergeben und zeichnet Gemeinden aus, die sich besonders für eine effiziente Energienutzung und die Förderung erneuerbarer Energien einsetzen. Über 500 Schweizer Gemeinden tragen das Energiestadt-Label.